Gudrun Kugler informiert

Liebe Unterstützer, liebe Freunde,

Der Sommer war für mich eine ruhigere Zeit - mit viel Denkarbeit und Vorbereitungen für den Herbst. Nun beginnt das Parlamentsjahr wieder, und ich möchte Euch einige Gedanken aus den vergangenen Wochen mitgeben:

Die Frage nach unserer Zukunft beginnt bei den Kindern. 2025 lag die Geburtenrate in Österreich bei nur 1,29. Die US-Ökonomin Catherine Pakaluk ist der Frage nachgegangen, warum sich manche Familien bewusst für viele Kinder entscheiden. Ihre Erkenntnis hat mich besonders angesprochen: Das Beste, das man seinem Kind geben kann, ist ein Geschwisterchen. In Großfamilien entsteht Charakterbildung oft ganz nebenbei - im Alltag, durch kleine Reibereien, gemeinsames Wachsen und die Übernahme von Verantwortung füreinander. Ihr Fazit bringt es auf den Punkt: "Quantität ist bei Menschen eine eigene Qualität." Hier habe ich mehr dazu geschrieben.

Auch das Thema Leihmutterschaft hat mich in den vergangenen Wochen beschäftigt. Nach dem deutschen Politiker Hendrik Streeck umging auch Jens Spahn das deutsche Leihmutterschaftsverbot und organisierte sich im Ausland ein Kind - ein doppelter Skandal: Gesetzgeber, die sich selbst nicht an ihre eigenen Gesetze halten, und eine Praxis, die vom EU-Parlament als Menschenhandel bezeichnet wird. Leihmutterschaft ist ein Milliardengeschäft auf dem Rücken der Ärmsten. Kinder sind keine Produkte, Frauen keine Dienstleisterinnen. Es braucht daher ein klares internationales Verbot. Hier meine ausführlicheren Gedanken dazu.

Für Diskussionen sorgte auch die Aussage von Bundeskanzler Stocker zur Kinderbetreuung. Sein Satz "Kinderbetreuung würde ich nicht als Arbeit sehen" hat irritiert, wofür er sich entschuldigte. AK-Präsidentin Renate Anderl bezeichnete Kinderbetreuung als "Hundsarbeit". Während die Aussage des Bundeskanzlers eine breite Empörungswelle auslöste, blieb diese Wortwahl weitgehend unwidersprochen - obwohl Empörung durchaus angebracht gewesen wäre. Dahinter steht aber eine entscheidende Frage: Lässt sich Familie überhaupt in den Kategorien von Erwerbsarbeit und Lohn ausdrücken? Natürlich nicht: Familie lässt sich nicht auf einen Lohnzettel reduzieren, sondern folgt einer anderen Logik. Welche das ist und warum Österreich gut daran tut, Familien großzügig zu unterstützen, habe ich im Beitrag "Familie ist mehr als Arbeit" beschrieben.

Parlamentarische Diplomatie führt auch weit über Europa hinaus. Kurz vor Beginn des Parlamentsjahres hatte ich das Privileg, Chile und Argentinien zu besuchen und mit zahlreichen Politikern zu sprechen. Im Mittelpunkt standen das gegenseitige Kennenlernen und die Vertiefung unserer Beziehungen - parlamentarische Diplomatie -, aber auch Wirtschaft, Zusammenarbeit und der Umgang mit den gegenwärtigen Bedrohungen für die westliche Welt. In zwei Vorträgen konnte ich über den demografischen Wandel und mögliche Lösungsansätze sprechen. Ein besonderes Highlight war der Besuch des Very Large Telescope und des Extremely Large Telescope in der Atacama-Wüste. Auf rund 3.000 Metern Höhe betreibt die European Southern Observatory (ESO) dort Teleskope der Superlative. Ein beeindruckendes Erlebnis - und zugleich ein Beispiel dafür, wie Österreich zu europäischer Spitzenforschung beiträgt. Hier mehr Eindrücke von der Reise.

Gerne lade ich zu den folgenden interessanten Veranstaltungen ein. Zuerst eine Übersicht, weiter unten in diesem Newsletter findet Ihr Details dazu:

- Von Rerum Novarum zu Magnifica Humanitas | 1. Oktober 2026, 17 Uhr | Laudongasse 16

- Politik im Spannungsfeld zwischen Geschlecht, Geschlechtsidentität und Menschenrechten | 1. Oktober 2026, 18:30 | Parlament Österreich, Wien

- From Wall Street to Purpose | Montag, 5. Oktober 2026, 18:00 Uhr | Palais Epstein, Wien

- Christen in Bedrängnis | 7. Oktober 2026, 18:00 Uhr | Volkshalle, Wiener Rathaus, Wien

- ITI-Symposium: The Role of the Church in Light of Demographic Change | 16. bis 17. Oktober 2026 | ITI, Trumau

- Salzburger Bioethik-Dialoge: Politik und Verantwortung in der demographischen Krise | 21. November 2026 | Aula der Universität Salzburg

Am Samstag, 19. September, findet ab 12:00 der Marsch für Jesus statt. Ich gehe jedenfalls hin. Sehen wir uns dort? Alle Infos auf: https://www.marschfuerjesus.com

Ich freue mich auf die kommenden Monate, auf viele Begegnungen und auf die Arbeit an den großen Fragen, die vor uns liegen!

Ihre und Eure

PS: Tagesaktuelle Infos gibt es immer auf Instagram und Facebook.

„Von Rerum Novarum zu Magnifica Humanitas – Welche Impulse gibt die neue päpstliche Enzyklika für die politische Arbeit der ÖVP?" Auf Basis der katholischen Soziallehre beschäftigt sich die neue Enzyklika Magnifica Humanitas mit grundlegenden Fragen rund um Künstliche Intelligenz. Gemeinsam mit Dr. Markus Schlagnitweit, Dr. Hannes Schönner und Univ.-Prof. Dr. Alexander Filipovi? wird erarbeitet, welche Impulse sich daraus für die heutige politische Arbeit ableiten lassen 1. Oktober 2026, 17:00–19:30 Uhr, 8., Laudongasse 16. Anmeldung: office(at)iufe.at 

"Politik im Spannungsfeld zwischen Geschlecht, Geschlechtsidentität und Menschenrechten" Fragen rund um dieses Thema zählen heute zu den umstrittensten gesellschafts- und rechtspolitischen Debatten Europas - mit Auswirkungen auf Frauenrechte, den Schutz von Kindern und Jugendlichen, Bildung, Gesundheit, Meinungsfreiheit und die Funktionsweise demokratischer Institutionen. Wir bringen unterschiedliche Perspektiven aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um die europäischen Entwicklungen einzuordnen und eine sachliche, evidenzbasierte Debatte zu fördern - jenseits von Polarisierung. 1. Oktober 2026, 18:30 Uhr, Parlament Österreich, Wien. Anmeldung unter: Campus Tivoli

„From Wall Street to Purpose" – Ein Hedgefonds-Manager erzählt seine Geschichte über Märkte, Krisen und Glauben. Begrüßung durch mich, Keynote von Aaron Smith, Gründer von Pecora Capital LLC. Dinner und Getränke inklusive, Eintritt frei. Montag, 5. Oktober 2026 um 18 Uhr, Palais Epstein, Dr.-Karl-Renner-Ring 1, 1010 Wien. Anmeldung: hier registrieren

"Christen in Bedrängnis" - Was kann Wien von der Realität der christlichen Gemeinschaften im Nahen Osten lernen? Mit Keynotes von Elias Mousa und Pater Karl Wallner sowie einer Podiumsdiskussion zu Zivilcourage und konkretem Handeln für die Sicherheit und Zukunft der Christen. 7. Oktober 2026 um 18 Uhr, Volkshalle, Wiener Rathaus, 1010 Wien. Anmeldung: Jan.Ledochowski(at)wien.oevp.at

ITI-Symposium "The Role of the Church in Light of Demographic Change" - Was passiert mit unseren Gesellschaften, wenn immer weniger Kinder geboren werden? Der demografische Wandel betrifft nicht nur Statistiken, sondern Familien, Gemeinschaften, unser Sozialsystem und die Zukunft der Kirche selbst. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums von Amoris Laetitia und des 30-jährigen Bestehens des International Theological Institute fragen wir: Was kann und soll die Kirche zum demografischen Wandel beitragen? Zwei Tage des Austauschs und der Begegnung, unter anderem mit Christoph Kardinal Schönborn. 16.-17. Oktober 2026, ITI Trumau, Österreich. Programm und Anmeldung hier.

Salzburger Bioethik-Dialoge - Am Samstag, 21. November spreche ich bei den Salzburger Bioethik-Dialogen zum Thema „Politik und Verantwortung in der demographischen Krise". Die Tagung in der Aula der Uni Salzburg widmet sich Freitag Abend und am Samstag neuen bioethischen und gesellschaftlichen Fragen rund um Kinderwunsch, Fertilität und Familie – von Andreas Kruse zu Einsamkeit im Alter bis zu Susanne Kummer über Social Egg Freezing. Programm und Anmeldung unter Salzburger Bioethik-Dialoge 2026

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